Die Weltbank senkt in ihrer aktuellen Veröffentlichung die globalen Wachstumsaussichten. Darüber berichten heute auch diverse Medien, Land auf, Land ab. Was aber kaum Beachtung findet: Etwas weiter unten im Text der Weltbank-Publikation findet sich ein eher unscheinbarer Absatz mit dem Titel „The Fourth Wave: Recent Debt Buildup in Emerging and Developing Economies“ (hier dazu die zweiseitige Analyse). Kurz und knapp: Es geht darum, dass die Weltbank vor der nächsten großen Finanzkrise warnt. Denn, so sagt die Weltbank, es habe in den letzten 50 Jahren vier Wellen der Schuldenakkumulation gegeben. Die jüngste Welle, die 2010 begann, habe den größten, schnellsten und breitesten Schuldenanstieg unter den vier Wellen erlebt. Während das derzeit niedrige Zinsniveau einige der mit der hohen Verschuldung verbundenen Risiken mildere, hätten frühere Wellen einer breit angelegten Schuldenakkumulation mit weit verbreiteten Finanzkrisen geendet.

Zu den politischen Optionen zur Verringerung der Wahrscheinlichkeit von Krisen und zur Minderung ihrer Auswirkungen im Falle ihres Eintretens gehöre der Aufbau eines robusten monetären und fiskalischen Rahmens, die Einführung robuster Aufsichts- und Regulierungssysteme und die Befolgung transparenter Schuldenmanagementpraktiken. So sagt es die Weltbank. Also, steht die nächste Finanzkrise an, die dank ihrer gigantisch hohen Fallhöhe so richtig wehtun wird? Oder darf man die Aussagen der Weltbank unter „nerviger Crash-Prophet“ abhaken? Aber ja, schon gut, schon gut. Die Regierungen und Notenbanken werden die kurz und klar erwähnten Vorschläge der Weltbank sicher ernst nehmen und alle notwendigen Vorsichtsmaßnahmen gegen eine neue Finanzkrise ergreifen?

Quelle: Finanzmarktwelt.de

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